Fadenspannung beim Stricken

In den letzten Wochen, erstmalig auf Sylt, dann aber auch immer mehr auf Fotos oder in Mails, ging es um Eure Fadenspannung. Darüber haben wir eigentlich noch nie gesprochen, und deshalb gibt es heute einen Post dazu. Wer das Stricken nicht schon als Kind oder Jugendliche in der Familie oder Schule gelernt hat, bringt es sich heute dank vieler Tutorials per Video bei. Das ist richtig cool, klappt super und „ersetzt“ – natürlich nur in diesem einzigen Fall ;) – die Mutter oder Großmutter. Das einzige Problem, was sich dabei ergeben kann, ist aber, dass Euch eben niemand über die Schulter schaut und mal sagt: Das wird super, aber guck mal, hier ist etwas noch nicht ganz optimal.

So ein Punkt könnte Eure Fadenspannung sein, die für ein optimales Ergebnis richtig wichtig ist. Habt Ihr zu wenig Fadenspannung, können Eure Strickstücke sehr groß und „labberig“ werden, unschöne Kanten bekommen oder nicht richtig sitzen. Und das obwohl Ihr wirklich alles richtig gestrickt habt. Genauso passiert es, wenn die Fadenspannung zu fest ist, dann natürlich in genau umgekehrter Weise. Die Projekte werden kleiner, sind ganz fest und vielleicht sogar „hart“ und ungeschmeidig.

Um herauszufinden, wie Ihr strickt (fest, locker oder durchschnittlich) hilft Euch auf jeden Fall schon mal die Maschenprobe! Ich weiß, nicht gerade eine Lieblingsaufgabe für Viele, aber für ein gutes Ergebnis ist sie tatsächlich wichtig und oft sehr hilfreich. Anhand der Maschenprobe könnt Ihr Eure Strickart mit der in der Anleitung vergleichen. Weicht Eure Maschenprobe von der Vorlage ab, habt Ihr die Möglichkeit, die Nadelstärke anzupassen. Ist Eure Maschenprobe mit den angegebenen Maschen und Reihen größer als angegeben, nehmt Ihr kleinere Nadeln, ist sie kleiner, nehmt Ihr größere Nadeln.

ABER, das löst nicht Euer eventuell GRUNDSÄTZLICHES Problem mit der Fadenspannung. Auf Sylt hatten wir zum Beispiel den „Fall“, dass Susanne mit Nadelstärke 2,5 immer noch lockerer strickte als Uta mit Stärke 4. Die einzelnen Maschen wurden sehr groß und das Gesamtbild etwas löcherig. Ihr merkt, da kommt man mit der kleineren Nadelstärke schon irgendwann an Grenzen, bei denen es noch Spaß macht und möglich ist. Wenn es Euch ähnlich geht, solltet Ihr unbedingt mal auf Eure Fadenspannung achten.

Auf Sylt hat das Wunder gewirkt. Den Faden fester halten in Kombination mit einer kleineren Nadelstärke hat bei Ramona ein super Ergebnis hervorgebracht. Bei Susanne reichte es schon, einfach den Faden etwas fester zu halten oder zu ziehen.

Deshalb habe ich Euch ein Video rausgesucht, mit dem Ihr Eure Technik nochmal überprüfen könnt.

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Uta hat auf Sylt gezeigt, dass Sie nach jeder Masche ganz automatisch nochmal kurz am Faden zieht. Das ist ihr so in Fleisch und Blut übergegangen, das merkt sie gar nicht mehr und beim Zugucken kann man es auch kaum erkennen, aber das Ergebnis ist super! Das Strickbild ist ganz schön gleichmäßig und sieht unglaublich edel aus. Auf dem Foto strickt sie gerade das Kühtai-Tuch mit feinem Kaschmirgarn.

Für die passende Fadenspannung wickeln sich viele Strickerinnen den Faden entweder mehrmals um den Mittelfinger, oder auch um Mittelfinger und kleinen Finger. Ich dagegen wickle den Faden um gar nichts, ich lege ihn nur einmal um meinen Zeigefinger. Ansonsten lasse ich ihn in der Hand laufen bis zum Knäuel und halte ihn etwas mit den drei Fingern fest. Alles andere ist mir zu fest. Beim Stricken mit dem Sockenwunder habe ich aber gemerkt, dass das zu locker wird, das Stricken mit den kleinen Nadeln macht das Strickbild einfach lockerer. Deshalb wickle ich mir beim Stricken mit dem Socken-Wunder den Faden zusätzlich einmal um den kleinen Finger und schon klappt es wieder wie gewohnt.

Einige praktische Tipps habe ich auch HIER noch dazu gefunden.

Solltet Ihr also nicht so zufrieden mit Euren Strickergebnissen sein oder sollten sie immer deutlich von den Originalen/ der Anleitung abweichen, guckt doch mal, ob es vielleicht an der Fadenspannung liegen könnte.

Wenn Ihr merkt, dass Ihr immer eine Nadelstärke kleiner oder größer benötigt, könnt Ihr das bei den Bestellungen zum Beispiel auch direkt anpassen und schreiben. Dann bekommt Ihr die passende Stärke zu Eurem Set.

Liebe Grüße von
Sandra

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